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Regionalliga 1. Herren

Herren, Regionalliga Südwest: Großer Kampf wird belohnt – Klasse gehalten

Obwohl in der Regionalliga Südwest für den FTC Palmengarten in puncto Verletzung alles schief lief, was nur schief laufen kann, hat der Neuling mit zwei grandiosen Siegen am letzten Spielwochenende den Klassenerhalt realisiert. Was alles ohne die Verletzungen möglich gewesen wäre, verdeutlicht die Tatsache, dass man als einzige Mannschaft den Meister und Aufsteiger TEC Waldau Stuttgart bezwang und dem Tabellenzweiten TC Leingarten keine Chance ließ. Die beiden Südamerikaner, Hugo Dellien aus Bolivien sowie Facundo Bagnis aus Argentinien blieben sowohl im Einzel als auch im Doppel ungeschlagen. Doch leider konnten die Spitzenspieler aus gesundheitlichen Gründen bzw. wegen Teilnahme an ATP-Turnieren nur zweimal (Dellien) bzw. dreimal (Bagnis) mitmischen. Eine positive Bilanz in den Einzeln wie in den Doppeln wiesen auch der Inder Sriram Balaji sowie der Argentinier Franco Agamenone auf. Im Doppel hatte eine starke Bilanz Niklas Zielen erzielt (4:1). Eine weiße Weste im Doppel hatte Calvin Müller (2:0), dessen Triumph in Sulzbachtal an der Seite von Agamenone  der wichtigste Sieg in der gesamten Saison war.

Die prekäre Lage entstand, weil das Team in den ersten drei Begegnung stark ersatzgeschwächt antreten musste. Es war ein Grand ohne vier, den man spielen musste. Wer schon einmal ein Punktspiel bestritt oder zumindest verfolgt hat, weiß, was es ist, wenn vier der ersten Fünf fehlen. Die Folge: Der Neuling startete in die Runde mit drei Niederlagen.

FTC Palmengarten – TEC Waldau Stuttgart 5:4

Wozu man mit Hugo Dellien als Lokomotive imstande war, wurde am vorletzten Spieltag gegen den ansonsten ungeschlagenen Spitzenreiter TEC Waldau Stuttgart demonstriert. Nach einem schnellen 0:2-Rückstand holte Franco Agamenone dank seiner Routine den ersten Punkt. Gegen einen starken Gegner, der kaum Fehler machte, konterte er gut, war der variablere Spieler, der Mal das Tempo rausnahm, dann wieder ans Netz vorging. Dellien sorgte sicher für den zweiten Zähler, dann kam der große Auftritt des Inders Sriram Balaji. Sein Gegner, der ansonsten ungeschlagene Franzose Samuel Bensoussan, wareunheimlich flink, holte alles, hatte auch gute Länge in seinen Schlägen. Doch „Bala“, auf der ATP-Tour als Doppelspezialist unterwegs, hat ein unglaubliches Händchen. Die Präzision, mit der er seine Stopps setzte, die Leichtigkeit, mit der er selbst die schwierigsten Volleys elegant hinters Netz legte, das begeisterte die zahlreichen Zuschauer. Symptomatisch: Mit einem Volley holte er sich den Matchball, mit einem Stopp hat er ihn verwandelt.

Es stand 3:3, für den Führungspunkt sorgte dann das erste Doppel. Dellien spielte von hinten derart druckvoll, dass der junge Oliver Tobisch, wahrlich kein Netz-Tiger, vorne immer wieder absahnen durfte. In zwei Sätzen war das Match überraschend schnell gewonnen. Die beiden anderen Partien mussten im Match-Tiebreak entschieden werden. Während im dritten Paar einige kleine Fehler in der entscheidenden Phase unterliefen, holten die beiden Doppelspezialisten Schmitz/Sriram Balaji gegen das stärkste gegnerische Duo 10:7.

Hugo Dellien/Bolivien – Christoph Negritu 7:5, 6:3

Constantin Schmitz – Mariano Kestelboim/Polen 3:6, 5:7                     Sriram Balaji/Indien – Samuel Bensoussan/Frankreich 6:4, 4:6, 10:3

Franco Agamenone/Argentinien – Moritz Dettinger 5:7, 7:5, 10:7

Calvin Müller – Maximilian Scholl 3:6, 3:6                                 Jannis Köke – Tim Zeitvogel 1:6, 2:6             Dellien/Oliver Tobisch – Negritu/Dettinger 6:4, 6:4

Schmitz/Sriram Balaji – Kestelboim/Bensoussan 6:4, 6:7, 10:7              Agamenone/Niklas Zielen – Scholl/Zeitvogel 6:2, 5:7, 6:10

DJK Sulzbachtal - FTC Palmengarten 4:5

Ohne Hugo Dellien, der zum ATP-Turnier im schwedischen Bastad flog, damit auch mit geminderter Hoffnung auf einen Sieg, ging es tags drauf nach Sulzbachtal. Die Lage war klar: Nachdem Leingarten bei 3:3 die Doppel dem TC Bad Homburg zum Sieg geschenkt hatte, wären die Frankfurter bei einer 4:5-Niederlage als Drittletzter abhängig vom Ausgang der Zweiten Bundesliga, bei einer höheren Niederlage abgestiegen.

Vom ersten Ballwechsel an zeigten die Gäste, dass sie nicht gewillt waren, sich kampflos zu ergeben. Jannis Köke lieferte sich mit Lars Johann ein ausgeglichenes Duell mit langen Ballwechseln, das im Match-Tiebreak knapp an den mit einer starken Vorhand ausgestatteten Gegner gegangen war. Noch näher einem Erfolg war Constantin Schmitz, der im Spitzenspiel, der nach einem starken ersten Satz ein wenig die Konstanz verlor. Im Match-Tiebreak spielte er alles oder nichts, führte 8:5 und 9:7. Dann unterlief ihm ein Doppelfehler, schließlich verlor er 11:13.

Doch der FTCP hatte noch einige Asse im Ärmel. Drei Mann avancierten zu Matchwinnern: Sriram Balaji, Franco Agamenone und vor allem Calvin Müller, mit dessen Siegen kaum zu rechnen war. Der 18-Jährige holte sich souverän den ersten Satz, gab den zweiten Durchgang, nachdem er sich in die Defensive drängen ließ und seine Schläge kürzer wurden, dann ab. Im engen Match-Tiebreak war sein Rückhand-Winner zur 7:6-Führung der wichtigste Schlag, der den Gegner unter Druck setzte. Zuvor zeigte Agamenone sein bestes Saisonspiel. Mit konstant starken Schlägen ließ er einem guten Gegner keine Chance. Ebenso souverän siegte der Inder, der erneut mit seinen Aufschlägen und Volleys beeindruckte.

Auf den Sieg von Schmitz/Sriram Balaji hatte man gehofft. Doch dann wuchs das dritte Paar über sich hinaus. Calvin Müller hatte unter der Woche intensiv mit Agamenone Doppel trainiert, hat von ihm viele Ratschläge angenommen und dann an dessen Seite auch umgesetzt. Er schlug stark auf, returnierte hervorragend, knallte den Ball oft dem Gegner vor die Füße oder auf den Körper. Franco dirigierte, machte die wichtigen Punkte im Stile eines Doppel-Spezialisten. Der 5:4-Sieg – und damit der Klassenerhalt – war perfekt.  

Tadeas Paroulek/Tschechien – Constantin Schmitz 4:6, 6:3, 13:11

Maciej  Rajski/Polen – Sriram Balaji/Indien 3:6, 4:6                   

Ljubomir Celebic/Montenegro – Oliver Tobisch 6:1, 6:1              Mario  Radic/Kroatien – Franco Agamenone/Argentinien 6:7, 3:6

Milan Welte –  Calvin Müller 3:6, 6:3, 7:10                      Lars  Johann – Jannis Köke 4:6, 6:3, 10:7

Rajski/Celebic – Schmitz/Sriram Balaji  2:6, 2:6              Paroulek/Radic –  Tobisch/ Köke 6:1, 7:5       Welte/Johann –  Agamenone/Müller 4:6, 5:7

Regionalliga Südwest, Herren: TVH Rüsselsheim – TC Bad Homburg 6:3,    DJK Sulzbachtal – SV Leingarten 3:6,    FTC Palmengarten – TEC Waldau Stuttgart 5:4, TK GW Mannheim II – TSC Mainz 7:2, TEC Waldau Stuttgart – TK GW Mannheim II 8:1, DJK Sulzbachtal – FTC Palmengarten 4:5, TC Bad Homburg – SV Leingarten 5:4, TVH Rüsselsheim – TSC Mainz 8:1.

Schlusstabelle: 1. TEC Waldau Stuttgart (Meister, Aufsteiger) 12:2 Punkte, 45:18 Matches, 2. SV Leingarten 8:6, 39:24, 3. TC Bad Homburg 8:6, 38:25, 4. FTC Palmengarten 8:6, 34:29, 5. TVH Rüsselsheim 8:6, 33:30, 6. TK GW Mannheim II 8:6, 29:34, 7. DJK Sulzbachtal (Absteiger) 4:10, 30:33, 8. TSC Mainz (Absteiger) 0:14, 4:59.