Herren II:

Herren II: Selbst fremde Hallenschuhe konnten

den 5:4-Sieg in Steinbach nicht verhindern

Die Herren II zwei haben mit dem knappen Sieg in Steinbach ihre Chancen auf den Verbleib in der Hessenliga erheblich vergrößert. In der letzten Woche bleibt es spannend, denn nicht weniger als vier der neun beteiligten Teams müssen noch um den Klassenerhalt zittern. Auf das Team um den Argentinier Alejo Vilero warten noch drei Aufgaben, alle drei daheim. Am Mittwoch gastiert am Berkersheimer Weg ab 12 Uhr der TVH Rüsselsheim, am Samstag ab 10 Uhr Tabellenführer RW Sprendlingen und genau 24 Stunden später der KTC Bad Wilhelmshöhe aus Kassel.

Wegen des Regens wurde die Partie beim TC Steinbach in der Halle durchgeführt. Weil die Gastgeber die üblichen Hallenschuhe nicht akzeptiert hatten, mussten die Frankfurter in dort geliehenen Schuhen spielen, die manchen ungewohnt vorkamen. Die Begegnung begann in der ersten Serie vielversprechend mit einem 2:1 für die Gäste.. Für die Führung gesorgt haben der an diesem Tag sehr starke Tom Sickenberger, der dank der besseren Returns und des schnelleren Spiels als erster fertig war sowie der Serbe Vuk Radjenovic, der endlich einmal das Niveau aus dem ersten Satz bis zum siegreichen Ende konzentriert halten konnte. Zwar musste er im zweiten Satz ein Break hinnehmen, doch schon beim nächsten Aufschlag des Gegners holte er sich das Spiel zurück. Chancenlos war hingegen Lennart Ostheimer, der in dem Fußball-Profi Jake Hirst seinen Meister fand. In der zweiten Serie waren alle drei Begegnungen ausgeglichen. Tolle Ballwechsel gab es an Position eins. Auch wenn der Argentinier Alejo Vilaro als Sandplatzspezialist gilt, lieferte er dem aggressiven Mazedonier Petar Jovanovic zwei Sätze lang vor allem dank seines starken Netzspiels erbittert Widerstand. Im Match-Tiebreak vermochte er allerdings gegen die gewaltigen Aufschläge nichts auszurichten, gab diesen zu Null ab. Sehr clever spielte Filip Krolo, der geschickt immer wieder über die zu defensive Rückhand des slowakischen Tomas Pavlovský spielte und so zu Punkten kam. Laurens Harnoth Manrubia lieferte sich mit Uwe Diehl ein hitziges Duell, bei dem es ständig zu Diskussionen hinsichtlich der Landung der Bälle kam. Zwar gelang ihm im ersten Satz ein Break zum 4:3, doch die nächsten drei Punkte gingen, da er sechs Breakbälle zu 5:5 nicht nutzen konnte, alle an Diehl. Nach dem gewonnenen zweiten Satz lag Laurens im Match-Tiebreak schnell 1:5 zurück, glich dennoch zum 5:5 aus, ehe den Gegner zwei Asse in Folge auf die Siegesstraße brachten.

Alle drei Doppel wurden im Match-Tiebreak entschieden. Das dritte Doppel hatte nach Meinung des auf der Bank sitzenden Team-Coachs Christian Marten einfach einen Tick mehr Glück als der ebenbürtige Gegner, im Spitzendoppel sei es genau umgekehrt gewesen. Der fünfte Punkt durch Krolo/Radjenovic sei eine Willensangelegenheit gewesen. „Nach zwei strittigen Bällen, bei denen sich die Parteien nicht einigen konnten und die der Schiedsrichter deshalb wiederholen ließ, waren Filip und Vuk richtig angefressen. Das gab ihnen zusätzliche Energie, die wahrscheinlich den Ausschlag gab“, kommentierte Christian Marten das entscheidende Match.

TC Steinbach – FTC Palmengarten II 4:5.

Petar Jovanovic (Mazedonien) – Alejo Vilaro (Argentinien) 6:3, 6:7, 10:0

Goran Tufekcic – Tom Sickenberger 0:6, 3:6

Tomas Pavlovský (Slowakei) – Filip Krolo 6:7, 6:7

Timo Dittmann – Vuk Radjenovic (Serbien) 2:6, 5:7

Uwe Diehl – Laurens Harnoth Manrubia  6:4, 3:6, 10:6

Jake Hirst (Großbritannien) – Lennart Ostheimer 6:1, 6:3

Jovanovic/Dittmann – Vilaro/Jan-Henrik Paul 4:6, 6:1, 10:5

Patrick Mayer/Pavlovský – Krolo/Radjenovic 6:4, 3:6, 5:10

Diehl/Hirst – Sickenberger/Harnoth Manrubia 7:5, 6:7, 6:10

Erstaunlich gut hielt sich das Palmengarten-Team schon einen Tag zuvor beim Vorjahresmeister TEC Darmstadt. „Hätte Radjenovic im Match gegen den Hessenmeisterschaft-Finalisten Oskar Stuchlik nach dem starken ersten Satz danach nicht so viele Fehler gemacht, wäre ein 3:3 aus den Einzeln drin. Dann hätten wir die Stärke in den Doppeln mehr komprimieren können, vielleicht wäre sogar eine Sensation drin gewesen“, meinte nach der 3:6-Niederlage Christian Marten.
An den Positionen eins und zwei war gegen die Super-Aufschläger Zanellato und Lustig nichts zu machen, ähnlich erging es Laurens Harnoth Manrubia gegen Kai Stetzer. Für Spannung gesorgt haben Krolo und Ostheimer. Filip Krolo setzte sich in dem knappen, von langen Ballwechseln geprägten Match gegen Routinier Jan Simon Vrbsky cool durch. Lennart Ostheimer lieferte seine beste Leistung in der laufenden Runde ab und bewies auch im knappen Match-Tiebreak gute Nerven. Ein Genuss für die Zuschauer war das hochklassige erste Doppel, in dem Vilaro/Krolo etwas besser harmonierten und deshalb auch verdient siegten.

TEC Darmstadt – FTC Palmengarten II 6:3.

Nicolas Zanellato (Brasilien) – Alejo Vilaro (Argentinien) 6:2, 6:4

Daniel Lustig (Tschechien) – Tom Sickenberger 6:3, 6:3

Jan Simon Vrbsky – Filip Krolo 4:6, 7:6, 4:10

Oskar Stuchlik (Tschechien) – Vuk Radjenovic (Serbien) 5:7, 6:2, 10:6

Kai Stetzer – Laurens Harnoth Manrubia 6:2, 6:4

Marco Ferrandina – Lennart Ostheimer 6:3, 2:6, 8:10

Zanellato/Ferrandina – Vilaro/Krolo 6:3, 5:7, 6:10

Vrbsky/Stuchlik – Sickenberger/Lennart Ostheimer 6:4, 6:4

Lustig/Stetzer – Radjenovic/Paul 6:2, 6:1

Weiter spielten: RW Sprendlingen – TVH Rüsselsheim 6:3, BW Wiesbaden – Eintracht Frankfurt II 5:4, TC Steinbach – KTC Bad Wilhelmshöhe 2:7, TV Buchschlag – BW Wiesbaden 4:5, TEC Darmstadt – RW Sprendlingen 7:2, KTC Bad Wilhelmshöhe – TVH Rüsselsheim 6:3.

Tabelle: 1. RW Sprendlingen 10:2 Punkte, 33:21 Matches, 2. TEC Darmstadt 8:2, 30:15, 3. KTC Bad Wilhelmshöhe 8:4, 33:21, 4. TVH Rüsselsheim 6:4, 28:17, 5. BW Wiesbaden 6:6, 25:29, 6. FTC Palmengarten II 4:6, 20:25, 7. TV Buchschlag 2:8, 18:27, 8. Eintracht Frankfurt II 2:8, 17:28, 9. TC Steinbach 2:8, 12:33.