2. Bundesliga – Herren Süd TCP ungeschlagen

TCP ungeschlagen: Der Champagner
kann langsam kaltgestellt werden
Der TC Palmengarten steht nur noch einen ganz kleinen Schritt von der 1. Tennis-Bundesliga entfernt. Gestern gewann der ungeschlagene Zweitliga-Spitzenreiter das Derby gegen den Nachbarn TC Bad Vilbel 8:1. Am kommenden Freitag steht das letzte Hessen-Derby auf dem Spielplan. Auf der Anlage am Berkersheimer Weg gastiert ab 13 Uhr der starke TC RW Sprendlingen. Bei dieser Begegnung kann die Meisterschaft und damit auch der Aufstieg perfekt gemacht werden.
Rund 350 Zuschauer sahen gegen Bad Vilbel eine vom Ergebnis einseitige, von den Begegnungen her aber sehr attraktive Auseinandersetzung. „Das ist schon hochklassiges Tennis. Auch wenn es die Ergebnisse gegen die Frankfurter Spitzenspieler oft nicht wiedergeben, sieht man, dass die Gegner auch spielen können. Da kommen tolle Ballwechsel zustande, die die Zuschauer begeistern“, sagte der als Ehrengast anwesende einstige Weltklassespieler Jürgen Faßbender. „Ich komme sehr gern hierher. Wegen des hochklassigen Tennis, aber auch wegen der tollen Atmosphäre“, betont der zweimalige Wimbledon-Halbfinalist. Seine erste Begegnung mit dem TC Palmengarten liegt schon 67 Jahre zurück. „1959 spielte ich als Elfjähriger für die Jugendmannschaft aus Mönchengladbach auf der alten Anlage im Palmengarten, in den 70ern dann in der Bundesliga. Eine herrliche Anlage, ebenso wie die hiesige, auf der ich seitdem oft als Gast dabei war. Besonders freue ich mich jedes Mal Jürgen Hackauff anzutreffen, gegen den ich schon 1964 gespielt hatte und mit dem mich seitdem eine enge Freundschaft verbindet.“
Besonders angetan hat es Faßbender Damir Dzumhur, der bei seinem 6:2, 6:1 gegen den Franzosen Arthur Weber eine souveräne Vorstellung gab. Der Bosnier, aktuell ATP-Nummer 102 (beste Platzierung 23) spielt gern für die Mannschaft. „Tennis ist ein individueller Sport. Wenn Du für ein Team spielst, stehst Du zwar auch allein auf dem Platz, aber es ist ein ganz anderes Gefühl. Man spürt eine große Verantwortung nicht nur sich selbst, sondern auch den Team-Kollegen gegenüber. Die Matches sind unberechenbarer. In einem Spiel, vor allem wenn mit Match-Tiebreak gespielt wird, kann Dich auch jemand, der weit hinter Dir in der Weltrangliste steht, bezwingen. Es gibt Spieler, die kommen und spielen einfach, egal ob sie der Mannschaft helfen oder nicht. Ich hingegen liebe es, für ein Team zu spielen. Deshalb spiele ich auch schon seit 16 Jahren für Bosnien und Herzegowina im Daviscup-Team.“
Gewohnt sicher präsentierte sich auch der Brasilianer Joao Reis da Silva, der dem aufschlagstarken Holländer Niels Visker aus dem Spiel heraus keine Chance ließ, und auch im Doppel an der Seite von Facundo Mena zu überzeugen wusste. Spannend ging es zwischen Hessenmeister Florian Broska und dem seit Jahren in Bad Vilbel aktiven TCP-Eigengewächs Calvin Müller zu. Am Ende war Broska doch der vielseitigere Spieler, der auch mehr Sicherheit ausstrahlte.






















